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SailGP Bermuda 2026: Weltklasse-Segeln auf dem Great Sound

Vom 9. bis 10. Mai 2026 verwandelt sich Bermudas Great Sound wieder in eine Rennstrecke der besonderen Art. Der Apex Group Bermuda Sail Grand Prix kehrt zum vierten Mal auf die Insel zurück. Wer in dieser Zeit auf Bermuda ist, erlebt ein Spektakel, das sich von allem unterscheidet, was normaler Segelsport zu bieten hat.

Was ist SailGP?

Segeln kennen die meisten als eine geduldige Angelegenheit. SailGP hat damit wenig gemein. Die 2019 gegründete Serie schickt dreizehn Nationalteams in identischen F50-Katamaranen auf den Kurs. Was diese Boote allerdings machen, wenn der Wind stimmt, ist nur schwer in Worte zu fassen. Sie heben buchstäblich ab. Die Rümpfe verlassen das Wasser, die Boote gleiten auf Hydrofoils durch die Luft über der Oberfläche, mit Geschwindigkeiten um die 100 km/h. Formel 1 auf dem Wasser ist der naheliegendste Vergleich. Was das Konzept so reizvoll macht ist die Tatsache, dass alle Teams dasselbe Material verwenden. Kein technischer Vorteil, keine versteckte Überlegenheit im Boot. Der Unterschied entsteht ausschließlich durch das Können der Mannschaft. In der Saison 2026 dreht sich der Titelkampf vor allem um zwei Teams. Das britische Emirates GBR geht als amtierender Champion ins Rennen. Gegenüber steht der dreifache Titelträger Tom Slingsby mit dem australischen Team. Beide haben beim SailGP Bermuda 2026 noch eine Rechnung offen.

Bermuda und der Great Sound

Luftaufnahme des Great Sound auf Bermuda mit Segelbooten und den typischen weißen Dächern der Inselhäuser

Wer den Great Sound kennt, versteht sofort, warum SailGP immer wieder hierher zurückkommt. Das Gewässer ist geschützt genug für verlässliche Bedingungen und offen genug für echte Geschwindigkeit. Die umliegenden Hügel mit den weißen Dächern der Inselhäuser bilden eine einzigartige Kulisse, die man sich für ein Segelrennen nicht schöner ausdenken könnte. Aber schön ist hier eigentlich überall. Bermuda hat bewiesen, dass es Weltklasse-Regatten nicht nur ausrichten, sondern prägen kann. Wer daran noch zweifelt, sei an den America’s Cup 2017 erinnert, der auf demselben Gewässer stattfand und zu den eindrucksvollsten Ausgaben dieser traditionsreichen Regatta gehörte.

Das Rennen 2026

Bermuda ist nach Perth, Auckland, Sydney und Rio de Janeiro die fünfte Station der Saison. Die Rennen finden an beiden Tagen zwischen 14 und 15:30 Uhr statt. Das Race Stadium öffnet jeweils um 13 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt der Saison ist die Gesamtwertung meist eng genug, dass ein starkes Ergebnis in Bermuda alles verändern kann. Für die Spitzenteams geht es um Bestätigung, für die Verfolger um eine der letzten Möglichkeiten, sich noch für die letzte Station in Abu Dhabi zu qualifizieren. Ob und wie das große Finale, das im November in Abu Dhabi stattfinden soll und mit zwei Millionen US-Dollar Preisgeld dotiert ist, ausgetragen werden kann bleibt aufgrund der geopolitischen Situation abzuwarten.

So erlebt man das Event vor Ort

SailGP Katamaran in Action

Das Race Stadium liegt bei Morgan’s Point am Great Sound. Tickets gibt es über die offizielle SailGP-Website, die Preise staffeln sich je nach Kategorie. Wer nur zuschauen möchte, kommt günstiger weg als gedacht, ein Tagesticket für das Waterfront Viewing war bei Verkaufsstart für rund 55 Bermuda-Dollar zu haben. Für die Premium Lounge mit Verpflegung lagen die Preise deutlich höher. Goslings gehört übrigens zu den Sponsoren des Events. Das passt recht gut zusammen. Auf der einen Seite Boote, die mit knapp 100 km/h über das Wasser fliegen. Auf der anderen Seite ein Rum, der seit über 200 Jahren auf derselben Insel gebrannt wird und dessen bekanntester Cocktail nach einem Sturm benannt ist. Storm meets Speed, so nennen sie es selbst, und treffender könnte man es kaum formulieren. Goslings ist kein Sponsor im üblichen Sinne, die Familie Gosling gehört zu Bermuda pinkfarbene Sand und das türkisblaue Meer. Der Black Seal Rum ist das meistexportierte Produkt der Insel, der Dark ’n Stormy das inoffizielle Nationalgetränk. Im Race Stadium am Great Sound schenkt Goslings natürlich beides aus. Hinkommen muss man allerdings auch erst.
Wer kein Auto mitnehmen möchte, was an diesem Wochenende ohnehin die entspanntere Wahl ist, nimmt die Buslinien 7 oder 8. Alternativ bietet sich die Rockaway Ferry an, von deren Anlegestelle man allerdings rund 30 Minuten zu Fuß zum Gelände läuft. Das Wetter auf Bermuda ist im Mai sonnig und warm. Wer das vergisst, merkt es spätestens nach einer Stunde an der Wasserfront. Also Sonnercreme und eine gute Sonnenbrille einpacken!

Lohnt sich eine Reise extra für SailGP?

Der Mai gehört zu den schönsten Monaten auf Bermuda. Das Wasser ist warm, die Luft angenehm, und die große Sommersaison hat noch nicht begonnen. Wer ohnehin mit dem Gedanken spielt nach Bermuda zu jetten, findet an diesem Wochenende perfekte Bedingungen für einen Trip. Das Event selbst ist kompakt und intensiv. Zwei Tage mit vielen Rennen und dabei eine Atmosphäre, die man am Great Sound so schnell nicht vergisst. Wer nicht vor Ort sein kann, muss trotzdem nichts verpassen. SailGP streamt die Rennen live auf dem eigenen YouTube-Kanal, in vielen Ländern kostenlos und ohne Anmeldung.

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