Anreise nach Bermuda

Bermuda ist kein Ziel, das man nebenbei erreicht. Der Inselarchipel liegt mitten im Nordatlantik, rund 1.070 Kilometer vor der amerikanischen Ostküste, und es gibt genau zwei Wege dorthin. Mit dem Flugzeug oder als Teil einer Kreuzfahrt. Wer einen längeren Urlaub plant, kommt um den Flug nicht herum. Wer Bermuda als Zwischenstopp erleben möchte, findet in der Kreuzfahrt eine interessante Option.

Bermuda's Südküste von oben mit Korallenriffen und Stränden

Mit dem Flugzeug nach Bermuda

Wer von Deutschland, Österreich oder der Schweiz nach Bermuda fliegt, landet zwangsläufig in London oder an der amerikanischen Ostküste, bevor es weitergeht. Eine Direktverbindung aus dem deutschsprachigen Raum gibt es nicht. Das klingt nach Aufwand, ist in der Praxis aber gut planbar, und je nach Route lässt sich der Zwischenstopp zu einem echten Reisehighlight machen. New York eignet sich gut für alle, die einen Zwischenstopp in den USA einplanen oder besonders günstige Verbindungen finden. Miami ist die richtige Wahl für eine Kombireise mit Florida.

Direktflug ab London Heathrow

British Airways Boeing 777 Maschinen in London Heathrow

Für Reisende aus der DACH-Region führt der direkteste Weg über London. British Airways ist die einzige Airline, die Bermuda nonstop aus Europa anfliegt und ausschließlich ab London Heathrow. Seit März 2021 ist Heathrow der einzige britische Abflughafen für diese Strecke. Im Sommerflugplan, der von April bis Oktober gilt, fliegt British Airways täglich nach Bermuda. Im Winter reduziert sich die Frequenz auf fünf Abflüge pro Woche, montags, mittwochs, donnerstags, freitags und sonntags. Abflug ist jeweils am Nachmittag, der Flug dauert rund sieben Stunden und 35 Minuten. Eingesetzt wird eine Boeing 777, Abflug von Terminal 5. British Airways fliegt diese Strecke seit mehr als 85 Jahren und ist nach wie vor die einzige europäische Airline mit einem Direktflug nach Bermuda. Ich selbst bin diese Route mehrfach geflogen, früher immer über Gatwick. Der Umweg über London lohnt sich allein wegen des Direktflugs, auch wenn man dafür in London den Flughafen oder zumindest das Terminal wechseln muss. Das ist zwar nicht völlig stressfrei, aber deutlich angenehmer als ein langer Umstieg in New York mit Handgepäck, Zollkontrolle und dem ewigen Warten auf den Anschlussflug.

Umstieg über New York

American Airlines Maschine am JFK Flughafen direkt am Terminal

Wer einen Zwischenstopp in den USA einplant, fliegt über New York. Die Flugzeit von New York nach Bermuda beträgt je nach Wetterlage nur knapp zwei Stunden, und es gibt mehrere Flughäfen zur Auswahl. Ab John F. Kennedy Airport fliegen American Airlines, Delta und JetBlue direkt nach Bermuda. Ab Newark bieten United Airlines und die Regionalairline BermudAir tägliche Verbindungen an. Wer über LaGuardia anreist, findet ebenfalls BermudAir-Flüge, zweimal wöchentlich. New York als Umstiegsort hat einen praktischen Vorteil. Man muss ohnehin die US-Einreisekontrolle passieren, und wer dabei zwei oder drei Tage einplant, kann die Metropole am Hudson River gleich mitnehmen. Ich habe das selbst einmal als reinen Transitstop gemacht, Gepäck am Flughafen eingelagert, im Eiltempo nach Manhattan und abends zurück nach Europa. Das funktioniert sehr gut, wenn man extra genug Stop-Over-Zeit einplant. DEutlich entspannter ist es, ein paar Tage in New York einzuplanen und dann ausgeruht nach Bermuda weiterzufliegen. Dann hat man den Aufenthalt bestmöglich genutzt

Umstieg über Miami

Eine dritte Route, die für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum interessant ist, führt über Miami. American Airlines fliegt von Miami täglich nach Bermuda, und Miami selbst ist aus Frankfurt, Wien oder Zürich gut erreichbar, unter anderem mit Lufthansa, Austrian und Swiss. Diese Route bietet sich besonders an, wenn man ohnehin eine Kombireise plant und Florida vor oder nach Bermuda besuchen möchte. Im September reduziert American Airlines die Frequenz auf dieser Strecke vorübergehend, das sollte man bei der Buchung im Hinterkopf behalten.

L.F. Wade International Airport

Bermuda hat nur einen einzigen Flughafen, den L.F. Wade International Airport mit dem IATA-Code BDA. Er liegt auf St. David’s Island, einer kleinen Insel im Nordosten Bermudas, etwa elf Kilometer vom Stadtzentrum Hamiltons entfernt. Der Flughafen ist klein, übersichtlich und angenehm ruhig. Man parkt quasi direkt vor der Tür, und die Mitarbeiter am Schalter haben immer ein Lächeln und ein paar freundliche Worte. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber ein erster Eindruck, der zu Bermuda passt. Landung und Start gehören zu den schönsten Momenten der ganzen Reise. Der Anflug über dem türkisfarbenen Wasser ist atemberaubend, egal ob man tagsüber ankommt oder im Red-Eye-Flug. Wer am Fenster sitzt und noch keinen Fotoapparat in der Hand hat, sollte das schnell ändern. Sobald man das Flughafengebäude verlässt, empfangen einen warmer Wind und das Rauschen der Palmen. Es gibt kaum einen besseren Beginn für einen Urlaub.

Taxifahrer warten direkt am Ausgang der Ankunftshalle und kennen die Wege zu allen Hotels in Bermuda. Der öffentliche Bus ist grundsätzlich günstiger, aber Gepäck ist im Bus offiziell nicht erlaubt. Mit einem Koffer nimmt man also das Taxi oder bucht vorab einen privaten Transfer.

Mit dem Schiff nach Bermuda

Bermuda ist eines der wenigen Reiseziele, das sich auch per Kreuzfahrt wirklich lohnt. Die Inseln liegen nah genug an der amerikanischen Ostküste, um in zwei Tagen erreichbar zu sein und weit genug draußen im Atlantik, um sich wie eine echte Entdeckung anzufühlen. Wer Zeit mitbringt, erlebt Bermuda vom Schiff aus in aller Ruhe. Wer nur einen Tag hat, bekommt zumindest einen Eindruck, der bleibt.

Kreuzfahrt nach Bermuda

Adventure Of The Seas Kreuzfahrtschiff vor Anker im Royal Naval Dockyard auf Bermuda

Bermuda gehört zu den beliebtesten Kreuzfahrtzielen an der amerikanischen Ostküste. Die Saison läuft von Mai bis Oktober, wenn das Wetter stabil und das Wasser warm genug für Strandbesuche ist. Außerhalb dieser Monate gibt es vereinzelt Transatlantikrouten, auf denen Bermuda als Zwischenstopp vorkommt, aber als klassisches Urlaubsziel ist Bermuda per Schiff ein Sommerphänomen. Abgefahren wird fast ausschließlich von der amerikanischen Ostküste. New York und Cape Liberty in New Jersey sind die wichtigsten Ausgangshäfen, dazu kommen Boston, Philadelphia, Baltimore und vereinzelt Ports in Florida bei Repositionierungsfahrten. Die Überfahrt von New York dauert je nach Schiff und Witterung etwa zwei Tage. Die großen Reedereien im Bermuda-Geschäft sind Norwegian Cruise Line, Royal Caribbean und Celebrity Cruises. Carnival ist ebenfalls regelmäßig vertreten, ebenso Disney Cruise Line. Wer es gehobener mag, findet Angebote bei Oceania, Regent Seven Seas und Silversea. Diese kleineren Schiffe laufen häufiger direkt den Hamilton Harbour an statt des Royal Naval Dockyard im entlegenen Westen.

Beim Buchen lohnt es sich, zwischen zwei grundlegend verschiedenen Reisetypen zu unterscheiden. Bei einer reinen Bermuda-Route bleibt das Schiff zwei bis drei Nächte in King’s Wharf vor Anker. Eine typische Norwegian-Fahrt ab New York dauert sieben Tage, eine Royal Caribbean-Fahrt ab Cape Liberty fünf Tage. Man hat also genug Zeit, mehrere Strände zu besuchen, die Innenstadt von Hamilton zu erkunden und abends auf dem Schiff zu essen. Das ist echter Bermuda-Urlaub. Anders sieht es bei Transatlantikrouten aus. Die Celebrity Apex fährt im Frühjahr 2026 in 13 Nächten von Port Canaveral über King’s Wharf, Ponta Delgada und Lissabon nach Southampton. Bermuda ist dabei ein einziger Tag, Ankunft um acht Uhr morgens, Abfahrt um 18 Uhr. Wer auf diese Weise nach Bermuda kommt, bekommt zumindest einen Vorgeschmack und sehr wahrscheinlich Lust auf mehr.

Bermuda’s Häfen

Kreuzfahrtschiffe laufen in Bermuda drei verschiedene Häfen an, und der Unterschied zwischen ihnen ist größer als er auf den ersten Blick erscheint. King’s Wharf und Heritage Wharf liegen im Royal Naval Dockyard, auf der westlichsten Spitze der Inseln in Sandys Parish. Das ist der Hauptanleger und wird von praktisch allen großen Reedereien genutzt. Die beiden Piers liegen direkt nebeneinander, King’s Wharf für kleinere Schiffe, Heritage Wharf für die großen. Das gesamte Dockyard-Areal hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem lebhaften Touristenzentrum entwickelt, mit dem National Museum of Bermuda, Restaurants, Bars, Kunsthandwerkläden, einem Schnorchelpark und Jetski-Verleih. Vom Dockyard aus fährt die Fähre direkt nach Hamilton, Fahrzeit rund 30 Minuten. Das geht schnell und lohnt sich.

Der Hamilton Passenger Terminal an den Piers 5 und 6 liegt direkt im Herzen der Hauptstadt, mit dem Ausgang auf die Front Street. Nur kleinere und mittelgroße Schiffe können hier anlegen, also vor allem Luxus- und Boutique-Reedereien. Wer in Hamilton anlegt, spart die Fährfahrt und steht sofort vor Restaurants, Banken und Geschäften sowie der gesamten Infrastruktur der malerischen Hauptstadt.

Pennos Wharf liegt in St. George’s, der UNESCO-Welterbestadt im Nordosten der Insel. Nur kleine Schiffe machen hier fest. Es ist der ruhigste und historisch eindrücklichste der drei Anleger, deutlich weniger touristisch als das Dockyard. Wer hier anlegt, steht direkt vor der ältesten kontinuierlich bewohnten englischsprachigen Stadt der Neuen Welt. Die gepflasterten Gassen, die kolonialen Gebäude und der King’s Square lassen sich zu Fuß erkunden, ohne Shuttle, ohne Warteschlange, ohne den Kreuzfahrt-Trubel, der das Dockyard im Hochsommer prägt.

Einreiseformalitäten

Drei verschiedene Länder sind bei der Anreise nach Bermuda formalitätenrelevant, nämlich Bermuda selbst, die USA bei Umstieg über New York oder Miami, und Großbritannien bei Umstieg über London. Es lohnt sich den Schriftkram rechtzeitig vor der Reise zu erledigen.

Bermuda Arrival Card

Alle Reisenden, die per Flugzeug oder Privatyacht nach Bermuda einreisen, müssen vor der Ankunft eine Bermuda Arrival Card ausfüllen. Das Formular ist kostenlos und wird online über die offizielle Website der Bermuda Tourism Authority ausgefüllt. Nach dem Absenden kommt eine Bestätigungs-E-Mail, die man bei der Einreisekontrolle vorzeigt. Der Vorgang dauert wenige Minuten. Kreuzfahrtpassagiere sind von dieser Pflicht ausgenommen. Mit der Arrival Card wird ein Aufenthalt von bis zu 180 Tagen gestattet, kumulativ in einem 12-Monats-Zeitraum gerechnet. Für die meisten Urlauber ist das völlig irrelevant, für alle die länger bleiben möchten, überwacht das Department of Immigration die Aufenthaltsdauer automatisch über das Border Management System.

ESTA für die Route über die USA

Wer über New York oder Miami nach Bermuda reist, betritt US-amerikanisches Territorium und braucht zwingend eine gültige ESTA-Genehmigung. Das gilt auch für reine Transits, auch wenn man den Flughafen nicht verlässt. Deutsche, Österreicher und Schweizer sind Teilnehmer des amerikanischen Visa Waiver Programs und können ESTA online beantragen. Die offizielle Gebühr beträgt $40. Die Genehmigung ist zwei Jahre gültig und für beliebig viele Einreisen nutzbar. Voraussetzung ist ein elektronischer Reisepass mit Chip und Biometriedaten. Der deutsche Personalausweis wird an der US-Grenze nicht akzeptiert. Wer sich seit Januar 2021 in Kuba aufgehalten hat, kann kein ESTA beantragen und muss ein reguläres US-Visum über die amerikanische Botschaft beantragen, das gilt auch für kurze Transitaufenthalte.

UK ETA für die Route über London

Seit April 2025 benötigen Deutsche, Österreicher und Schweizer für jeden Aufenthalt in Großbritannien eine Electronic Travel Authorisation, kurz UK ETA. Das gilt auch für den Umstieg in Heathrow. Die ETA kostet 16 Pfund und wird online oder über die offizielle UK ETA App beantragt. Sie ist zwei Jahre gültig oder bis zum Ablauf des Reisepasses, je nachdem was früher eintritt. Seit Februar 2026 wird die ETA-Pflicht konsequent durchgesetzt. Airlines können die Beförderung ohne gültige ETA verweigern, also rechtzeitig beantragen. Wer in Heathrow ausschließlich im internationalen Transitbereich bleibt, ohne Grenzkontrolle und ohne Terminalwechsel, braucht theoretisch keine ETA. Ob das beim Umstieg auf den Bermuda-Flug zutrifft, hängt davon ab, ob ein Terminalwechsel notwendig ist. Im Zweifelsfall einfach ETA beantragen und sicher gehen. Die 16 Pfund sind kein Argument für unnötiges Risiko.