Die berühmten Bermuda Shorts, auch Bermudas genannt, stehen bis heute als Synonym für die malerische Inselgruppe im Nordatlantik. Und nirgendwo kommen Sie auch so gut zur Geltung wie auf dem sub-tropischen Archipel selbst. In unseren Breitengraden steht die Bermuda Short stellvertretend für kurze Hosen bzw. Shorts, die irgendwo in der Nähe des Knies enden. Für Bermuda Hosen und wie man sie stilecht trägt gibt es allerdings ganz konkrete Voraussetzungen.

Wie werden Bermuda Shorts getragen?

Echte Bermuda Shorts findet man fast ausschließlich auf den Inseln selbst. Bermuda Shorts werden von Herren zu geschäftlichen Terminen, Cocktail Parties, Hochzeiten, als Uniform oder zu informellen Anlässen getragen. Dabei handelt es um sogenannte Dress Shorts, also Shorts entweder aus reiner Schurwolle (Kammgarn), Leinen, einer Mischung aus Wolle und Polyester oder einer Baumwollqualität. Eine Shorts aus Denim wird niemals eine echte Bermuda Shorts sein. Original Bermuda Shorts enden exakt drei Inches (7,62 cm) über dem Knie und haben einen Saum in gleicher Länge, der für eine optimale Passform sorgt. Es gibt sie für Herren in Regular Fit und Slim Fit, die dann je nach Größer etwas schmaler ausfallen. Farblich sind keine Grenzen gesetzt. Bermuda Hosen gibt es in pink, gelb, grün, blau, beige und vielen anderen Farben, die einen Kontrast zum dunklen Blazer (Einreiher oder Zweireiher) setzen. Ein Blazer wird formell stets zu Bermuda-Shorts getragen. Zudem wird eine Bermuda Short immer mit dunklen Kniestrümpfe getragen, die farblich auf Blazer, Sportsakko, Leinenjacket oder die Krawatte abgestimmt sein sollten. Dazu trägt man klassische, amerikanische Penny Loafers in braun oder schwarz. Alle Textilien werden übrigens importiert, da in Bermuda keine verarbeitende Textilindustrie ansässig ist.

Alltagstauglichkeit

Wer das erste Mal in Bermuda Urlaub macht wird überrascht sein wie selbstverständlich Bermuda Shorts zum alltäglichen Leben gehören. Auf den ersten Blick mag es für Touristen bizarr anmuten einen Geschäftsmann mit pinkfarbenen Bermuda Shorts und Blazer auf einem Scooter zu sehen. Die Krawatte weht dabei im Fahrtwind über die Schulter. Die Aktentasche klemmt dabei zwischen den Füßen. Wer während seines Urlaubs auch Golf in Bermuda spielt, ist mit echten Bermuda Shorts übrigens bestens ausgerüstet. Einheimische tragen ihre Bermuda Hosen meistens von April bis November. In der kalten Jahreszeit werden lange Hosen bevorzugt. Wer in Bermuda Urlaub macht und sich die original Bermuda Shorts gönnen möchte sollte es traditionell bei A.S. Coopers, Triminghams, English Sports Shop, HA&E Smith oder ganz modisch bei TABS in der Reid Street versuchen. Service und Beratung sind überall vorbildlich.

Was man in Deutschland unter Bermudas versteht

Bermuda Hosen gibt es für Männer und Frauen. Sie werden aufgrund des wechselhaften Klimas nur im Sommer getragen. Solange Sie irgendwo am Knie enden, gelten sie im Volksmund als Bermudas. Und so werden sie im Handel dann auch verkauft. Gerne wird dieser Begriff auch bei Jeans Shorts verwendet. Sie gelten als knielang und werden lässig in der Freizeit oder sogar zum Sport getragen. Die korrekte Länge spielt dabei keine Rolle. Auch der Schnitt ist eher sekundär. So wird das von Männern und Frauen in der Regel praktiziert. Es gibt Bermudas zum Kauf im stationären Handel sowie online mit Versand. Sie werden immer ein saisonales Produkt bleiben. Zur Auswahl beim Shoppen stehen diverse Marken wie z.B. Tommy Hilfiger, Pepe, Tom Tailor oder S. Oliver. Eine große Auswahl mit verschiedenen Materialien und Farben gibt es eher nicht. Besonders knallige oder Pastellfarben werden nur selten angeboten. Der Unterschied wird schnell deutlich. Bermuda Shorts gehören auf den Inseln fest zur Kultur bzw. zum Lifestyle. Sie werden täglich sehr selbstbewusst getragen. Sie haben immer eine perfekte Passform, denn Sie sollten wie eine Anzughose oder eine Chino sitzen. Jeans gelten also No-Go. Die Kombination mit Kniestrümpfen wäre in Deutschland undenkbar. Man würde exotische wirken. Ein Beamter oder Bänker in pinkfarbenen Bermudas ist schwer vorstellbar.

Die Geschichte der Bermuda Shorts

Zwei britische Offiziere mit Bermuda Shorts im zweiten Weltkrieg

Über den Ursprung der Bermuda Shorts gibt es zwei Geschichten. In der ersten Version geht es um einen kleinen Teeladen in Bermuda, der während des 1. Weltkriegs von britischen Marineoffizieren gerne und oft frequentiert wurde. Da aufgrund der vielen Teetassen und Kannen die Luft extrem feucht wurde, beschwerte sich die Belegschaft bei ihrem Inhaber Nathaniel Coxon. Um Geld zu sparen schnitt der clevere Geschäftsmann die langen Khaki Hosen oberhalb des Knies einfach ab und erfand somit die ersten Bermuda Shorts. Seine Angestellten fanden den neuen Look zwar ziemlich merkwürdig, wussten aber die Vorzüge durchaus zu schätzen. Ein hoher Gast des Teeladens, Admiral Mason Berridge war ebenfalls begeistert von der Idee und taufte die neuen Hosen „Bermuda Shorts“ nachdem er seine Offiziere mit selbigen ausgestattet hatte. Nach dieser Geschichte wurden die berühmten Shorts also in Bermuda erfunden.
In der zweiten Version entstanden die Bermuda Shorts in London zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Dabei handelte es sich um die strategische Planung von leichter Kleidung für die britische Marine und Armee, die in den Tropen stationiert war. Für sie war das luftige Kleidungsstück gedacht und sollte die heißen Temperaturen erträglich machen. In den 1920er Jahren begannen die Bermudianer gefallen an den Shorts zu finden und fertigten Ihre eigenen Shorts, die sich bis heute in allen Gesellschaftsschichten etabliert haben.

Warum werden Bermudas mit Kniestrümpfen getragen?

Bermuda Werbeplakat 50er Jahre

Die Kombination mit den Kniestrümpfen hat ihren Ursprung aus der Zeit des 2. Weltkriegs. Offensichtlich kam es zu einem Engpass bei Textilien. Zwei Bänker ließen bei einem Schneider Bermuda Shorts für Ihre Belegschaft anfertigen nach dem Vorbild von Coxson und Berridge. Diese wurden dann erstmalig mit Kniestrümpfen kombiniert. Das Ergebnis ließ sich sehen und wurde allseits akzeptiert. Ein neuer Look war geboren und einheimische Läden übernehmen den Trend. Bis heute werden Bermuda Shorts mit Kniestrümpfen, auch oben zum umkrempeln, getragen. Das Material besteht in der Regel aus Baumwolle oder einem Gemisch aus Baumwolle und Kunstfasern. Der Anfang war allerdings gar nicht so leicht. Zuerst wurde nämlich darüber debattiert, welche Länge überhaupt akzeptabel sei, damit auch die Herren nicht zuviel Bein zeigen. Die Kniestrümpfe taten da wohl ihr Übriges, um die manchmal recht prüde angehauchte Inselkolonie zu besänftigen. Zuerst gab es sogar Polizisten, die auf der Straße überprüften, ob die korrekte Länge auch eingehalten wurde. Waren die Shorts zu kurz, gab es einen Strafzettel. Kann man sich nicht ausdenken!