König Charles kommt nach Bermuda
Im Mai 2026 passiert auf Bermuda etwas, das es so noch nie gegeben hat. König Charles III. besucht die Insel als regierender Monarch. Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass ein amtierender König einen Fuß auf bermudianischen Boden setzt.
Das klingt nach einer Kleinigkeit. Ist es aber nicht.
Ein König kehrt zurück

Charles kennt Bermuda. Als junger Prince of Wales war er 1970 schon einmal hier, damals um die Eröffnung des 350. Jahres des parlamentarischen Regierens feierlich zu begehen. Seitdem sind 56 Jahre vergangen. Die Queen war 2009 zum letzten Mal da. Nach 16 Jahren ohne Staatsbesuch kommt nun der König. Und diesmal als Souverän.Der Besuch beginnt offiziell am 30. April mit einem Empfang, der dem Anlass entsprechend ausfällt. Eine Ehrengarde des Royal Bermuda Regiment und ein 21-Schuss-Salut. Danach reist Charles an zwei Tagen von Ost nach West über die Inseln.
Das Programm
Am Freitagmorgen geht es zunächst nach St. George’s. Am Kings Square wird Charles vom Royal Bermuda Regiment und Würdenträgern empfangen, bevor er zur St. Peter’s Church weiterzieht, einer der ältesten anglikanischen Kirchen der Welt. Danach folgt das Bermuda Aquarium, Museum & Zoo auf Trunk Island, das in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. Dort trifft König Charles Jugendliche, die im Rahmen eines Living-Classroom-Programms der Bermuda Zoological Society an der Wiederherstellung heimischer Tier- und Pflanzenwelt arbeiten.

Der Nachmittag gehört Hamilton und dem Royal Naval Dockyard. In der City Hall trifft er Bermudas Würdenträger sowie Künstler und Kunsthandwerker der Insel. Am Albuoy’s Point geht es weiter nach Dockyard, wo die National Gombey Truppe den König empfängt. Im The Keep des National Museum of Bermuda besucht er die Queen’s Exhibition Hall und das 1850 Ordinance House, wo eine Ausstellung die Geschichte von Bermuda aufarbeitet, einschließlich ihrer Verbindung zum transatlantischen Sklavenhandel. Abschließend trifft er Commonwealth-Athleten, die sich auf die Spiele in Glasgow vorbereiten, sowie Vertreter von Jugendorganisationen aus ganz Bermuda.
Am Samstag dann St. David’s Island und Cooper’s Island. Charles eröffnet offiziell die neue Great Bay Coast Guard Station. Auf Cooper’s Island erfährt er von einem Projekt, das kaum bermudatypischer sein könnte und gleichzeitig globaler nicht sein könnte. Der Standort soll Teil eines internationalen Netzwerks zur Verfolgung von Weltraumschrott werden, koordiniert von der UK Space Agency.
Gouverneur Andrew Murdoch hat es gut auf den Punkt gebracht. Es ist sein erster Besuch als Monarch in einem britischen Überseegebiet überhaupt, und zugleich der erste Besuch eines regierenden Königs auf Bermuda in der Geschichte. Ein bisschen Geschichte in the making, wie er selbst sagt.
Mehr als ein Pflichtbesuch
Für Bermuda ist das mehr als Protokoll. Die Insel zeigt, was sie kann. Kultur, Natur, Geschichte, maritime Sicherheit, internationale Wissenschaftskooperation. Wer glaubt, Bermuda sei nur pinker Sand am Strand und bunte Pastellhäuschen, wird in diesen zwei Tagen eines Besseren belehrt.
