Dark And Stormy
Der Dark and Stormy ist das Nationalgetränk von Bermuda und der Signature Drink von Gosling’s. Man bekommt ihn in jedem Restaurant, in jeder Bar und in jedem Pub der Insel. Er ist entweder selbst gemixt oder bereits fertig in Dosen erhältlich. Da die premixed Dosen von Gosling’s in Deutschland kaum zu finden sind, bleibt hierzulande nur das Selbermixen. Die Zubereitung ist einfach und gelingt auch ohne Barkenntnisse problemlos. Wer seinen Urlaub auf Bermuda verbringt, greift am Strand dagegen bequem auf die fertigen Dosen zurück, denn die gibt es dort überall.
Dark and Stormy Rezept
Der Dark and Stormy ist ein zweikomponentiger Rum-Cocktail, der in einem Highball-Glas auf Eis serviert wird. Die einzigen Zutaten sind dunkler Rum und Ginger Beer im Verhältnis 1 zu 3. Das Highball-Glas wird mit Eis gefüllt, anschließend werden ca. 150 bis 200 ml Ginger Beer eingegossen. Danach werden ca. 50 ml Gosling’s Black Seal Rum langsam aufgefüllt. Der Rum bleibt dabei oben, das Ginger Beer setzt sich unten ab. Ursprünglich wurde für das Rezept Gosling’s Black Seal Rum mit Barritt’s Bermuda Stone Ginger Beer kombiniert. Nachdem die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen endete, brachte Gosling’s ein eigenes Ginger Beer auf den Markt. Wer das Original will, hält sich an genau diese beiden Zutaten.
Dark and Stormy Zutaten
50 ml Gosling’s Black Seal Rum
150 bis 200 ml Gosling’s Stormy Ginger Beer
Limettenscheibe (optional, zur Dekoration)
Gosling’s Black Seal Rum
Der Gosling’s Black Seal Rum ist nicht nur der Protagonist des Dark and Stormy, sondern inzwischen auch das meistexportierte Produkt Bermudas. Hergestellt wird er nach einem über 150 Jahre alten Familienrezept. Gelagert und ausgebaut wird er traditionell in ausgekohlten amerikanischen Eichenfässern, die zuvor für Bourbon verwendet wurden. Dabei entsteht ein sanfter, weicher Geschmack mit Aromen von Vanille, Karamell, Trockenfrüchten und Banane. Der Black Seal ist ein dunkler Blend aus verschiedenen Rumsorten der Karibik, hergestellt sowohl nach dem Pot-Still- als auch nach dem Column-Still-Verfahren.
Die Entstehung des Namens Black Seal
Hinter dem Namen steckt eine interessante Geschichte. Im Zweiten Weltkrieg waren Flaschen auf Bermuda ein knappes Gut. Die Familie Gosling behalf sich mit leeren Champagnerflaschen aus den Offiziersgelagen der Royal Air Force und versiegelte sie kurzerhand mit schwarzem Siegelwachs. Das kam so gut an, dass Kunden den Rum schlicht nach seinem Verschluss verlangten. Aus diesem improvisierten Markenzeichen wurde die Marke Gosling’s Black Seal.
Gosling’s Stormy Ginger Beer
Der schwierigste Teil bei der Zubereitung ist die Beschaffung des richtigen Ginger Beers. Viele unterschätzen diesen Faktor, aber Ginger Biere unterscheiden sich nicht nur im Geschmack, sondern vor allem im Kohlensäuregehalt deutlich voneinander. Wer dem Original nahekommen will, sollte ausschließlich das Gosling’s Stormy Ginger Beer verwenden. Alternativen wie Thomas Henry Ginger Beer verändern das Ergebnis spürbar und liefern nicht dieselbe Textur und Schärfe. Als Notlösung funktionieren sie, als Ersatz taugen sie nicht.
Dark And Stormy Serving-Tipps
Wer den Dark and Stormy schon mal falsch zubereitet hat, weiß meistens nicht, dass er ihn falsch zubereitet hat. Ein paar Punkte, die den Unterschied machen.
- Nicht rühren. Das ist der häufigste Fehler. Der Rum schwimmt bewusst oben, das Ginger Beer bleibt unten. Dieses Layering ist optisch das Markenzeichen des Drinks und geschmacklich gewollt. Beim Trinken vermischen sich die Schichten von selbst. Wer rührt, bekommt einen anderen Cocktail.
- Immer auf Eis. Der Drink wird ausnahmslos on the rocks serviert. Das Eis verlangsamt das Vermischen und sorgt dafür, dass die Textur stimmt. Warm oder ohne Eis funktioniert nicht.
- Limette ja oder nein. Die Limettenscheibe ist Dekoration, kein Pflichtbestandteil. Wer etwas Saft ausdrückt, bringt Frische rein, verändert aber den Charakter spürbar. Im Original bleibt sie unberührt am Glasrand.
- Dark & Stormy oder Dark and Stormy. Beide Schreibweisen meinen denselben Drink. Der eingetragene Markenname lautet Dark ’n Stormy, und auch Varianten mit Apostroph oder anderem Bindestrich sind durch das Markenrecht erfasst. Im Alltag auf Bermuda verwendet jeder einfach das, was ihm gerade in den Sinn kommt.
Die Geschichte des Dark and Stormy
Wer auf Bermuda einen Dark and Stormy bestellt, trinkt im Grunde auch ein Stück Zufallsgeschichte. Alles beginnt 1806, als James Gosling, ältester Sohn eines Londoner Wein- und Spirituosenhändlers, mit einem gecharterten Schiff namens Mercury Richtung Amerika aufbricht. Im Gepäck hat er Waren im Wert von 10.000 Pfund Sterling. Sein Ziel ist Amerika. Was daraus wird: Bermuda. Nach 91 Tagen auf See hatte das Schiff sein Ziel noch immer nicht erreicht und legte notgedrungen im nächstgelegenen Hafen an. James Gosling bleibt und eröffnet einen Laden. Was als kleines Familienunternehmen beginnt, ist heute eine Marke über acht Generationen.
Der Cocktail selbst entstand nach dem Ersten Weltkrieg, als die britische Royal Navy im Royal Naval Dockyard auf Bermuda eine Ginger-Beer-Fabrik betreibt. Die Matrosen trinken Ginger Beer gegen Seekrankheit. Der lokale Gosling’s Black Seal Rum steht praktischerweise griffbereit. Dass beides früher oder später im selben Glas landet, ist weniger Genialität als schlichte Logik. Den Namen verdankt der Drink einem alten Seebären, der den Cocktail mit den Worten kommentiert, er habe die Farbe einer Wolke, unter der nur ein Narr oder ein Toter segeln würde. Dark and Stormy, dunkel und stürmisch. Der Name war gesetzt.
Ein eingetragenes Markenzeichen
Kaum ein Cocktail der Welt hat eine so ungewöhnliche rechtliche Geschichte wie der Dark and Stormy. 1991 sicherte sich Gosling Brothers zwei Markenrechte auf das Rezept, nachdem andere Rumhersteller begonnen hatten, ihre Produkte unter demselben Namen zu vermarkten. Seitdem sind weltweit nur drei weitere Cocktailnamen ähnlich geschützt, nämlich der Hand Grenade, der Painkiller und der Sazerac.
In Deutschland ist der Name seit 1999 als Marke eingetragen, seit 2014 gilt eine Unionsmarke. Geschützt ist dabei der Name, nicht die Rezeptur. Wer zu Hause Rum und Ginger Beer mixt, macht nichts falsch. Wer das Ergebnis in einer Bar oder einem Restaurant ohne Gosling’s Black Seal als Dark ’n Stormy anbietet, riskiert juristische Konsequenzen. Gosling’s hat diesen Anspruch mehrfach konsequent durchgesetzt. Das klingt nach Kleinkrämerei, ist aber eigentlich ein Zeichen dafür, wie ernst die Familie ihre Marke und die Herkunft des Drinks nimmt.
