Verkehr auf Bermuda
In Bermuda fährt man ganz britisch auf der linken Seite. Die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit beträgt 35 km/h und wird von vielen Einheimischen chronisch missachtet. Pro Haushalt ist nur ein Auto erlaubt, klassische Mietwagenstationen sucht man auf Bermuda vergebens. Stattdessen stehen moderne Elektro-Minicars zur Miete bereit. Das Verkehrsaufkommen ist besonders zur Rush Hour rund um Hamilton hoch. Am Ortseingang, genauer gesagt am „Foot Of The Lane“ Kreisverkehr, sorgte jahrelang Johnny Barnes für gute Stimmung. Ganz egal ob es regnete oder bestes Bermuda Wetter war, Johnny Barnes stand am Kreisverkehr und winkte allen Verkehrsteilnehmern freudig zu und rief „Good Morning“ oder „I Love You“, dabei lachte er über das ganze Gesicht und war als Unikum auf den Inseln bekannt wie ein bunter Hund. Aus diesem Grund hat man ihm auch schon zu Lebzeiten eine Statue erbaut, die man nach wenigen Metern stadteinwärts bewundern kann. Das Leben auf der Insel hat sein eigenes Tempo, deshalb fährt man am besten, wenn man die Dinge gelassen nimmt und sich der „Bermuda Time“ einfach hingibt. Wer das Besondere liebt, in Bermuda heiratet oder einfach nur das Flair genießen will sollte eine der alten Pferdedroschken ausprobieren und sich stilecht durch den Verkehr in Bermuda kutschieren lassen.
Mit Moped und Scooter unterwegs
Elektro-Minicars: die moderne Alternative
Wer die Insel komfortabel auf eigene Faust erkunden möchte, greift zum Elektro-Minicar. Diese kompakten Zweisitzer sind speziell für Bermudas schmale Straßen konzipiert und bei mehreren Anbietern verfügbar. Current Vehicles bietet den Renault Twizy an, einen tandem-sitzigen Minicar mit einer Reichweite von etwa 90 Kilometern pro Ladung, buchbar über die Current Bermuda App. Localmotion vermietet den Bermi, ein vollständig elektrisches Fahrzeug mit Klimaanlage, Bluetooth und einer Reichweite von rund 160 Kilometern. Bermuda Rental Cars hat den Tazzari im Angebot, ein in Italien gefertigtes Zweisitzer-Elektroauto mit Klimaanlage und etwa 70 Kilometern Reichweite. Rugged Rentals in St. George’s vermietet den Gem Minicar mit einer Reichweite von 150 Kilometern, Klimaanlage und Bluetooth. Ladeinfrastruktur ist über die ganze Insel verteilt, alternativ genügt jede normale 110-Volt-Steckdose. Ein gültiger Führerschein genügt für alle Anbieter, die genauen Anforderungen variieren je nach Vermieter. Die Tagespreise liegen je nach Anbieter und Fahrzeugmodell zwischen etwa 115 und 185 US-Dollar. Hinzu kommt eine einmalige Pflichtversicherung sowie optional eine Kollisionsschadenversicherung. Das Mindestalter beträgt bei den meisten Anbietern 25 Jahre.
Fahrrad und E-Bike
Wer sportlich unterwegs sein möchte, kann auf Bermuda auch Fahrräder und E-Bikes mieten. PEDEGO Bermuda am Waterfront in St. George’s vermietet E-Bikes in verschiedenen Ausführungen, darunter Cruiser, Stadträder und Fatbike-Modelle. In Hamilton bietet Social Cycles kompakte E-Bikes für jeden Fahrstil an. Normale Fahrräder sind bei diversen Anbietern erhältlich. Angesichts der engen, kurvenreichen Straßen, des Linksverkehrs und der hügeligen Topografie empfiehlt sich das Fahrrad allerdings eher für sportlich ambitionierte und geübte Fahrer. Normale Fahrräder kosten etwa $30 bis $45 pro Tag. Für E-Bikes variieren die Preise je nach Anbieter. Eine Reservierung wird empfohlen.
Mit Taxi oder Ridesharing die Inseln erkunden
Taxis sind auf Bermuda zuverlässig und rund um die Uhr verfügbar. Man findet sie vor den großen Hotels, am Flughafen sowie in Hamilton, St. George’s und am Royal Naval Dockyard. Alle Taxis fahren nach staatlich festgelegten Tarifen mit geeichtem Taxameter. Seit April 2024 gelten folgende Preise: Für einen 1- bis 4-Personen-Taxi kostet die erste Meile $9,20, jede weitere Meile $3,25. Für einen 5- bis 7-Personen-Taxi sind es $11,55 für die erste Meile und $4,25 für jede weitere. Sightseeing-Fahrten kosten $60 pro Stunde für kleine Taxis bzw. $85 für größere. Manche Fahrer akzeptieren Kreditkarten, andere nicht, daher ist Bargeld empfehlenswert. Taxi-Apps erleichtern die Buchung erheblich. Ride Bermuda (ridebermuda.com) und Ride.bm sind die gängigsten Plattformen. Uber und vergleichbare internationale Dienste sind auf Bermuda nicht verfügbar. Achtung: nasse oder sandige Kleidung ist weder im Taxi noch im Bus gestattet.Taxifahrten gehen schnell ins Geld, da dieser Service auf Bermuda relativ teuer ist.
Bermuda by Bus
Das öffentliche Busnetz auf Bermuda ist bekannt als „Pink n‘ Blue“, benannt nach den rosa-blauen Fahrzeugen. Es umfasst 11 Linien und 14 Zonen, die die Insel von Ost nach West abdecken. Die meisten Linien starten und enden am Central Bus Terminal in der Washington Street in Hamilton, neben der City Hall. Die Busse sind klimatisiert und vollständig elektrisch betrieben. Die Tarife richten sich nach der Anzahl der durchfahrenen Zonen. Bis zu drei Zonen kosten $3,50, längere Strecken kosten $5. Kinder unter 5 Jahren fahren kostenlos. Für Kinder von 5 bis 16 Jahren gilt ein ermäßigter Tarif von $2,75. Tickets, Tokens und Tagespässe für 1, 2, 3, 4 oder 7 aufeinanderfolgende Tage gibt es am Hamilton Bus Terminal, am Hamilton Ferry Terminal, in den Visitor Service Centres in Dockyard und St. George’s sowie in vielen Hotels. Barzahlung ist nur mit passendem Kleingeld möglich, da die Fahrer kein Wechselgeld herausgeben. Tickets und Pässe lassen sich auch praktisch über die offizielle Shorelink App der bermudianischen Regierung digital kaufen. Die App bietet zudem Fahrpläne, Live-Karte und Reiseplaner. Bus Terminal Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 7:15 bis 19:00 Uhr, Samstag 8:00 bis 18:30 Uhr, Sonn- und Feiertage 8:30 bis 17:30 Uhr. Die Fortbewegung per Bus empfand ich als Tourist recht umständlich und in der Hitze des Sommers trägt die Warterei an den Haltepunkten wenig zu guter Urlaubsstimmung bei. Gerade wenn man vom Strand kommt ampfand ich diese Transportoption als wenig praktikabel.
Bermuda mit der Fähre entdecken
Wer Zeit hat, sollte unbedingt eine Fahrt mit der Fähre einplanen. Der Ausblick auf die pastellfarbenen Häuser und den Great Sound ist einmalig. Die leichte Brise macht die Luftfeuchtigkeit zudem erträglich. Fahrräder und Scooter dürfen auf die Fähre mitgenommen werden. Tickets und Tokens gelten für Bus und Fähre gleichermaßen und sind über die Shorelink App oder an den Verkaufsstellen erhältlich. Barzahlung direkt an Bord ist nur mit passendem Kleingeld möglich. Der Fährservice auf Bermuda umfasst vier Linien.
Routenübersicht der Fähren
- Pink Route: Hamilton – Paget – Warwick
- Blue Route: Hamilton – Watford Bridge – Cavello Bay – Royal Naval Dockyard
- Orange Route: Hamilton – Dockyard – St. Georges (saisonal: Mai bis Oktober)
- Green Route: Hamilton – Rockaway
Die Blue Route ist die schnellste Verbindung zwischen Hamilton und dem Royal Naval Dockyard mit einer Fahrzeit von nur 15 bis 20 Minuten. Wesentlich schneller als der Bus, der dafür rund 60 Minuten benötigt. Die Pink Route verbindet Hamilton mit Paget und Warwick, die ruhige Fahrt dauert rund 40 Minuten und ist auch bei Einheimischen als Pendelroute beliebt. Die Orange Route verbindet Dockyard mit St. George’s in rund 45 Minuten entlang der Nordküste und verkehrt saisonal von Mai bis Oktober. Die Green Route bedient Rockaway in Southampton sowie Watford Bridge im Sandys Parish.
